Schadstoffinfo

Asbestabbau


Die Abbaugebiete des Werkstoffes Asbest befinden sich u. a. in Rußland, Südafrika, Australien und Kanada. In der Mitte Rußlands befindet sich eine Ortschaft mit dem Namen Asbest, die auch gleichzeitig Namensgeberin dieses Mineralstoffes ist. Asbest ist ein 100 % natürliches Produkt. In Südafrika wird Asbest heute noch abgebaut und verwendet.

In der Schweiz wurde im 19. Jahrhundert in Davos Asbest abgebaut, der Asbest bekam den Namen Schwizerith.


Die Abbaumethode und Weiterverarbeitung des Asbestes werden bis zu dem heutigen Zeitpunkt unter den widrigsten Umständen betrieben. Das Personal arbeitet mit diesem Material bis heute ohne jegliche Schutzausrüstung.

Die Folge ist, dass die Krebskrankheit "Asbestose" bei allen Mitarbeitern zu einem recht frühen Zeitpunkt eintritt. Die Lebenserwartung liegt im Schnitt bei 38 - 45 Lebensjahren.

Asbest ist als Gefahrstoff in der Gefahrstoffgruppe 1 eingestuft, da er krebserzeugend ist. Allerdings ist Asbest nicht aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung für Menschen gefährlich, sondern wegen seiner faserförmigen Beschaffenheit.


Einige Asbestarten können zu einer Aufspleissung der Fasern und Faserenden führen. Hierdurch entstehen zwangsläufig Fasern, die in Faserdurchmesser und Faserlänge einen Kanzerogenitaetsfaktor von 100 % besitzen. Solche, in der Regel aus Aufspleissungen entstandenen Fasern durchbohren die Zellen und führen zu Zellschäden, als Ausgangspunkt für eine Tumorbildung.
Die Fasern gelangen über die Luft in die Lunge und können zu "Asbestose", Lungen-, Rippenfell- und Bauchfellkrebs führen.

 

Asbestvorkommen:
 

  • Abwasserrohre, Asbestmatten, -papier, - pappen, -textilien, Aschenbecher.

  • Backöfen, Blumenkästen, Brandschutzanstriche, -matten, -kissen, Bremsbeläge und -bänder, Bügelbrettunterlagen, Bügeleisen.

  • Dachplatten, Dachziegel, Dichtungen, Dochte, Dehnungsfugen.

  • Elektrogeräte, Entwässerungsrohre.

  • Fensterkitt, Farben, Formmassen, Fußbodenkleber, -beläge, Flex-Fußbodenplatten, Bodenbeläge .

  • Garne, Gartenartikel, Gasmaskenfilter.

  • Haartrockner, Handschuhe, Heizdecken, Heizkissen, Heizlüfter, Heizplatten, Herde.

  • Isolierungen.

  • Kabelabschottungen, Kupplungsbeläge.

  • Lüftungsrohre.

  • Nachtstromspeicher-Heizungen.

  • Overhead-Projektoren.

  • Stahlstützenummantelungen.

  • Verteilerschränke.

  • Brandschutztüren  

  • u. v. m. ...



Das Erkennen von asbesthaltigen Werkstoffen ist nicht immer so einfach wie bei Spritzasbest. Es erfordert umfangreiches Wissen über Baustoffe, sowie ihre Zusammensetzung und Produktionszeitraum. Es sollte auf jeden Fall eine Fachfirma hinzugezogen werden, da durch unsachgemäßen Umgang besonders viele Fasern freigesetzt werden können.
Wenn also Verdachtsmomente vorliegen, werden die Stoffe nach folgenden Gesichtspunkten untersucht:
 

  • Farbe: meist weißgrau, häufig blaugrau

  • Ritzhärte: Fingernagel einritzbar (schwachgebunde Asbestplatte), mit dem Fingernagel eindrückbar (Spritzasbest)

  • Bruchtextur: kurze herausstehende Faserbüschel (Eternit)

 

Gebäude-Check

 

Für die richtige, fach- und sachgerechte Beurteilung ist nahezu in jedem Fall eine sorgfältige Probeentnahme erforderlich. Dem "Minimierungsangebot" entsprechend, ist die Freisetzung von Staub oder Fasern tunlichst zu vermeiden. Für die Analyse der Materialien reichen winzigste Mengen aus. Bei Bruchstücken z. B. reicht es vollkommen aus, solche Größen zu entnehmen, die rund 1/4 einer Hemdknopfgröße entsprechen. Hat man den Verdacht, dass auch nicht asbesthaltige Werkstoffe mit asbesthaltigem Staub z. B. belegt sind, so reicht eine Tupf- oder Abklatschprobeentnahme. Diese Probeentnahme sollte möglichst direkt auf einem leitfähigen Klebeträger vorgenommen werden. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, dies von dem jeweiligen Fachpersonal des zu beauftragenden Institutes durchführen zu lassen.

Mit der Phasenkontrastmikroskopie lassen sich an ausgewählten Proben schon bei 400-facher Vergrößerung deutlich die nadeligen Strukturen der Asbestfasern erkennen. Hingegen sind 1 Millionen Asbestpartikel pro Kubikmeter Luft mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.

 

 

Sanierungsverfahren

 

 

  • Entfernen: Bei dieser Methode sind absaugfähige Asbestprodukte, in der Regel im nassen Zustand, vom Untergrund abzulösen und direkt in doppelte PE Säcke zu verpacken.

  • Versiegeln: Hierbei wird das asbesthaltige Produkt durch eine Beschichtung staubdicht ab-/eingeschlossen.

  • Räumliche Trennung: Hierzu kommt es, wenn sich das Asbest in einem guten Zustand befindet und wenn nicht mit Arbeiten am Produkt gerechnet wird.


Siehe: EKAS Richtlinie 6503  für die Schweiz
Siehe: TRGS 519 Ausgabe 3 für den EU Raum

 


In der Schweiz wird eigentlich nur noch Asbest entfernt, noch vor 15 – 20 Jahren wurden viele Spritzasbestdecken versiegelt, d.h. mit einer Asbestversiegelung versehen.
 

Sanierungsverfahren nach Asbestart


Alle Arbeiten mit Asbest müssen vorgängig der SUVA gemeldet werden.
 

Eternit (starkgebundener Asbest) : Sorgfältige Demontage ohne Platten zu brechen, Arbeiten mit Schutzanzug und P3 Halbmasken. Schrauben, Nägel etc. entfernen bei gleichzeitiger örtlicher Absaugung. Keine Messung vorgeschrieben.

Entsorgung auf Inertdeponie.

Siehe: Merkblatt SUVA Eternit
 

Novilon (schwachgebundener Asbest) : Für die Entfernung von asbesthaltigen Bodenbelägen wird eine vereinfachte Methode der Spritzasbestsanierung angewandt. Aus diesem Grund dürfen diese Arbeiten nur durch SUVA geprüftes
Personal ausgeführt werden. Der Raum wird abgeschottet, Mobiliar geschützt und im Unterdruck saniert. Arbeiten mit Schutzanzügen, Schuhüberzieher, Gummihandschuhe und ABEK Filter mit P3 Aufsätzen.
Die oberste Schicht wird in Streifen geschnitten und entfernt. Der darunter verbleibende Belag (Asbest) wird mit einer speziellen Lauge bestrichen.
Dadurch wird eine staubfreie Demontage garantiert. Anschliessend wird der Belag samt Lauge mit Handschabern oder Elektro-Strippern entfernt und in doppelte PESäcke verpackt. Luftwechsel über Nacht wenn möglich. Feinreinigung und Rückbau. Keine Messung vorgeschrieben.
 

Entsorgung auf Asbestdeponie.

Siehe SUVA Richtlinie: Asbesthaltige Bodenbeläge

 

Bical Platten, Rohrisolationen (schwachgebundener Asbest):
Entfernung der Asbestplatten im Unterdruck > 20 Pascal, Nachvollziehbarkeit durch Messgerät mit laufendem Ausdruck des Unterdruckwertes. Arbeiten mit Schutzanzug, Schuhüberzieher, Handschuhe und Hallb- oder Vollmaske mit P3 Filter, allenfalls Gebläseunterstützt, je nach Staubentwicklung. Befeuchten der Platten und möglichst bruchfreie Demontage. Asbest in doppelte PE Säcke verpacken und in verschliessbarer Deckelmulde deponieren. Reinigen der gesamten Sanierungszone. Versprühen von Restfaserbindemittel auf die Zonenwände, Boden und die Raumluft. Raumluftmessung durch lizenziertes Messinstitut, die 8 Stunden Luft durch einen Filter ansaugen, der anschliessend in einem Labor analysiert wird. Grenzwert 700 LAF, (Lungengängige Asbestfasern) dies entspricht ca. 3 Asbestfasern. Bei nicht erreichen des vorgeschriebenen Wertes, muss die Sanierungsfirma die Nachreinigung und die Folgemessung selber tragen!

Ausnahme: Bei einem Ausmass unter einem halben m2, kann die Sanierung ohne Unterdruckzone und Messung erfolgen. Ansonsten gleich wie oben.
 

Entsorgung per VEVA Begleitschein auf Asbestdeponie.

Siehe EKAS Richtlinie 6503.

 

Spritzasbest (schwachgebundener Asbest):
Sanierung wie bei Platten und Rohrisolationen, nur verschärfter Personalschutz:
 

Vor jedem Sanierungszonenzugang muss eine 4 Kammer Personalschleuse installiert sein und das Personal muss beim verlassen der Zone duschen.

Das Personal arbeitet mit Luftdruckunterstützten Vollmasken; Luft wird vom Kompressor durch eine Filtereinheit in die Vollmaske eingespeist. Vorteil ist, dass so keine Asbestfaser in die Maske dringen kann. Nachteil ist die schlechtere Beweglichkeit .
 

Raumluftmessung vorgeschrieben, Grenzwert < 700 LAF.
Kontrollen der SUVA und Kantonalen Behörden während der Sanierung.
Entsorgung ebenfalls per VEVA Begleitschein auf Asbestdeponie (Sondermülldeponie).

 



Zulassung
Es dürfen nur Firmen sanieren welche durch die SUVA geprüft und zugelassen
wurden. Die SUVA empfiehlt dann diese Firmen bei Anfragen.

Entsorgung
In der Schweiz wird der Asbest in doppelte PE Säcke verpackt und anschliessend in lockerem Erdreich vergraben. Mann kann sich über Sinn oder Unsinn dieser Methode streiten.
In Deutschland muss der Asbest mit Beton vermischt werden und kann erst anschliessend in Deponien verbracht werden.
 


Empfehlung


Vor Demontage oder Sanierung von :

  • Bodenbelägen
  • Rohrisolationen
  • Lüftungen
  • Brandschutztüren/Abschottungen
  • Eternitdächern
  • Brandschutzisolationen
  • Platten auf Keller- Estrichtüren
  • Isolation auf Stahlträgern
  • Fenstersimse mit Wärmedämmplatten
  • Elektro-Unterverteiler
  • Kleber, Bitumen, Schwarzanstrich
  • Fensterfugen
  • Matten in abgehängten Decken
  • Cheminee
  • Boiler etc.
  • Brandschutzklappen



Wurde ein Gebäudecheck gemacht?

Wenn nein – Kann man einen Experten beiziehen?


Die Kosten eines Baustopps sind viel kostenintensiver als eine seriöse Abklärung der Schadstoffvorkommen.

 

Für die Prüfung ihrer Liegenschaft auf Schadstoffvorkommen, empfehlen wir ihnen folgende Firmen, welche über die nötige Kompetenz, Fachwissen und eigenes Labor verfügen :

 

- Aatest Romer GmbH, Aavorstadt 28, 5600 Lenzburg  Tel. 062 891 33 49 

   http://www.aatest.ch

 

- GSA Becker AG, Im Trübacker 3, 8600 Dübendorf  Tel. 044 821 99 33 

   http://www.gsa-becker.ch